Till Hahndorf bloggt seit 2007 über weltweite IT-Lieferbeziehungen, Global IT Sourcing und IT Offshore Outsourcing. Sie finden hier mehrmals im Monat Fachbeiträge, feuilletonistische Anmerkungen oder Veranstaltungshinweise. Wenn Sie eine Nachricht erhalten wollen, sobald ein neuer Blogbeitrag erscheint, tragen Sie bitte einfach hier ihre Emailadresse ein:
Mittwoch, 2. Juni 2010
Joghurtkultur!
So titelt die Financial Times Deutschland in ihrer aktuellen Beilage "enable": Die Molkerei Zott wird beleuchtet, und wie sie aus der Abhängigkeit von Ihren Lieferanten eine Kultur der Hege und Pflege entwickelt hat, nachdem die Verhandlungen vor einigen Jahren einmal etwas eskalierten und es in der Folge zu bäuerlichen Fackelzügen und blockierten Werkstoren kam. Die Devise heisst heute: Die Beziehungen pflegen, nicht den letzten Cent aus der Milch herausholen. Der Bericht ist jedenfalls interessant zu lesen, wirft aber die Frage auf, ob hier nicht Kunde und Lieferant in austauschbaren Rollenbeschreibungen agieren: Man könnte durchaus auch die Molkerei als Lieferanten (nämlich von Logistikleistungen) sehen und die Bauern als Kunden, die diese Leistung zukaufen, um ihr eigentliches Produkt abzusetzen. Wie dem auch sei: Supplier Relationship Management ist das Stichwort und (Achtung! Bogenschlag!) bereits im Februar 2008 stand in diesem Blog: "Eine wettbewerbliche Differenzierung in der IT findet zunehmend auf der Erstellungsseite statt, nicht auf der Vermarktungsseite. Da ist nämlich eine gewisse „Sättigung“ eingetreten, die attraktiven Optimierungspotenziale liegen in heute der Produktion und Beschaffung." Stimmt immer noch. Wer seine Erstellung und Beschaffung in der IT mit intelligenten Prozessen und kompetenten Partnern erledigt, mischt ganz vorne mit. Und wer dabei noch angenehme Beziehungen zu diesen Partnern pflegt, hat dabei auch noch Freude.
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Vorletzte Woche Kurzbesuch in Belgrad, Serbien, um ein Kundenprojekt zu starten: Eine im internationalen Vergleich kleine, aber feine IT-Szene, die lokale Java User Group macht von sich reden, alles in allem wohl eine Destination, von der wir noch viel hören werden. Unsere serbische Partnerfirma hatte für unseren Kunden ein Team zusammengestellt, wir waren gemeinsam zum Auftaktworkshop angereist, inzwischen läuft das Entwicklungsprojekt. Wir berichten weiter.
Einsatz im Schwarzwald: Ein echter mittelständischer "Hidden Champion" aus dem Schwarzwald hatte zu einem mehrtägigen internen Workshop mal einen Exoten dazugeholt: Der Herr Hahndorf von Sourceconomy berichtete aus der Welt des internationalen IT-Services-Einkaufs. Der hat von der Diskussion um den Einkauf von IT und Nicht-IT und von den Teilnehmern viel gelernt und sich über die Gelegenheit zum Beitrag sehr gefreut.
Und die Rückschau auf das BME-Forum "IT-Einkauf" in Frankfurt einige Tage zuvor: Gute Veranstaltung! Endlich mal nicht nur die übliche Einkäufer-Litanei von den noch-raffinierteren-Konditionen und den noch-besser-durchsetzbaren-Verträgen und den immer-heftigeren-Pönalen, sondern eine thematische Breite, die selten genug auf Einkaufs-Veranstaltungen wahrzunehmen ist: Augenmaß im Einkauf. Einfühlungsvermögen für das Umfeld des Lieferanten. Das Miteinander gestalten. Einkauf als Beziehungsmanagement.
Joghurtkultur eben!
Dienstag, 18. Mai 2010
Social Media und Global IT Sourcing
Und schon wieder eine Veranstaltung zu Social Media, diesmal beim medien forum freiburg, unter dem Titel "Social Media Plattformen wie Facebook, Twitter und Xing für mittelständische Unternehmen und B2B Märkte" – natürlich ausgebucht, wie immer zu diesem Thema in diesen Monaten. Schön zu sehen, dass dieses spannende Thema jetzt endlich auch hier angekommen ist. Was hat das mit Global IT Sourcing zu tun? Ganz einfach: Social Media Marketing hat für IT-Dienstleister vor allem "beschaffungsseitig", also im Personalrecruiting einen hohen Stellenwert. In den attraktiven IT-Destinationen Osteuropas und Asiens kämpfen die Unternehmen seit jeher um die besten Entwickler – für diese fließt bei der Wahl des zukünftigen Arbeitgebers zunehmend auch dessen Auftritt in den Social Media ein. Für talentierte und gut ausgebildete Entwickler hat die Wahrnehmung ihres Arbeitgebers in der IT-Community vor Ort einen hohen Stellenwert. Dabei geht es nicht darum, als Unternehmen besonders "hip" zu wirken, sondern durch einen stringenten Auftritt bei Facebook und Co. ein überzeugendes Gesamtbild als modernes IT-Unternehmen abzugeben. Und ein Unternehmen, dessen Mitarbeiter sich auf Facebook zeigen, sich austauschen und sich mit ihrem Laden gerne identifizieren, hat wohl einiges richtig gemacht. Beginnt diese Öffnung für Soziale Netzwerke online jetzt auch bei uns? Hoffen wir es!
Noch eine ausgebuchte Veranstaltung: Der BME lädt am 19./20. Mai 2010 zu seinem jährlichen Forum "IT-Einkauf" nach Frankfurt. Wie bereits im vergangenen Jahr steht der erste Tag unter dem Vorsitz und der fachlichen Leitung von Till Hahndorf, Geschäftsführer Sourceconomy GmbH. Sein Eröffnungsvortrag: "Die IT-Globalisierung wird erwachsen: Global Sourcing 2.0". Die gesamte Veranstaltung ist ausverkauft – wer im Nachgang an einer Zusammenfassung interessiert ist, melde sich bei Till Hahndorf (till.hahndorf@sourceconomy.com) oder --> hier.
Mittwoch, 14. April 2010
Veranstaltung beim Marketingclub am 26.04.2010
Ein Veranstaltungshinweis und eine Erkenntnis:
Der Freiburger Marketingclub veranstaltet einen "Offenen Stammtisch" (das ist sowas wie ein "Stammtisch" aber man darf auch kommen wenn man gar nicht dazugehört oder so ähnlich. Also wohl eigentlich nur ein "Tisch". Jedenfalls sehr hip.) zum Thema "Inbound Marketing - Google, Blogs, Social Media". Referenten sind zwei Praktiker aus der Region: Florian Städtler (der hat eine ziemlich coole Eventagentur) und Till Hahndorf (der schreibt hier gerade). Anmelden! Bei 30 Teilnehmern wird die Liste geschlossen!
Und auch gleich die Erkenntnis: Bei dem Thema wird das schnell voll, mutmaßen wir. Das war vor ein paar Jahren auch bei einem anderen Thema so: Global IT Sourcing, das damals noch "Offshoring" hieß und irgendwie auch noch nicht so ausgereift war wie heute. Man musste damals nur mal beiläufig erwähnen, dass man Programmierer im Ausland an der Hand hatte und schon steckten einem Geschäftsführer und CTOs diskret ihre Kärtchen zu und nuschelten etwas von einem Informationsgespräch in kleinem Kreis, welches man bitte bald führen wolle. Zum Glück sind wir aus dieser Phase raus. Heute ist es eher peinlich, wenn man immer noch die abgedroschenen Phrasen von den bösen Offshorern drischt - und uralte Geschichten von einem schiefgegangenen Projekt vor x Jahren auspackt. Globale Auftragsvergabe hat sich etabliert und ist Routine geworden. Hohe Qualität lässt sich zu günstigen Preisen buchen. Fragen Sie doch mal bei uns nach.
Denn wie bei den Social Media gilt auch für die IT-Globalisierung: Scheuklappen runter, informieren, ausprobieren! Und: Nicht alles selber neu erfinden wollen - Beraten lassen!
Sonntag, 11. April 2010
Ist der letzte Tag der Krise der erste Tag des Fachkräftemangels?
Letzte Woche hat Brigitte Pothmer von Bündnis90/Die Grünen es in ihrem Kommentar zum Arbeitsmarkt auf den Punkt gebracht und in der Tagesschau gesagt "Diese Krise ist auch mit einem Strukturwandel verbunden. Wenn wir jetzt nicht für die neuen Jobs qualifizieren, dann wir der letzte Tag der Krise der erste Tag des Fachkräftemangels sein." Dazu eine Anmerkung und eine Frage: Auch während der Krise litt die IT-Branche unter einem erheblichen Fachkräftemangel, siehe dazu die entsprechenden Hilferufe des BITKOM und die blühenden Geschäfte der Freelancer-Plattformen. Jetzt, wo es wieder losgeht, nicht mit voller Kraft durchstarten zu können, ist natürlich doppelt ärgerlich. Und: Ich frage mich, ob wir wirklich warten können, bis das deutsche Bildungssystem auf die Herausforderungen der internationalen IT-Welt reagiert. Sollten wir uns nicht lieber hier und jetzt einen Überblick verschaffen und herausfinden, wie wir die globalen Kapazitäten nutzen können, statt uns vor Ihnen zu fürchten?
Mittwoch, 7. April 2010
Indien verliert seinen Charme
Nach Jahren der uneingeschränkten Herrschaft über die IT-Offshore-Welt steht Indien nun nicht mehr unangefochten an der Spitze der IT-Offshore-Destinationen. Nach den Terroranschlägen von Bombay/Mumbai und dem Skandal um den indischen Offshore-IT-Konzern Satyam im Jahre 2008 ist Indien als IT-Destination angezählt. Die im internationalen Vergleich enorm hohe Fluktuation des Personals und die rasante Entwicklung der indischen Gehälter für IT-Professionals tun das ihre. Dies alles beleuchtet ein neuer Gartner-Report, der auch gleich Alternativen nennt: China als ernstzunehmender Wettbewerber wenn große Volumina zu vergeben sind - aber auch Malaysia, die Phillipinen und Vietnam sind im Kommen. Für mittelständische Kunden aus Deutschland und der Schweiz mag sich der Schritt nach Asien noch nicht in jedem Fall lohnen - gibt es doch auch in Osteuropa starke Angebote, niedrige Preise, umfassende Erfahrungen in fast allen Technologien.
Donnerstag, 4. Februar 2010
Willkommen zurück!
Es läuft wieder besser in der deutschen IT-Branche: „Das einzige Wachstumshindernis, das immer noch ansteigt, ist der Fachkräftemangel.“ – so amüsant sich diese Erkenntnis des IT-Branchenverbandes BitKOM auch liest, die Eiszeit scheint vorbei, IT-Budgets werden wieder aufgetaut, Entwickler und Programmierer mit spezifischen Fachkenntnissen werden wieder gesucht. Heinz-Paul Bonn, Vizepräsident des Bitkom, hat auf dem IT-Gipfel klare Worte gefunden: "Software-Spezialisten sind [...] knapp, ebenso Datenbankentwickler. Geradezu kritisch wird die Lage bei IT-Consultants und IT-Projekt-Managern eingeschätzt. Hier droht ein Engpass, der die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen empfindlich einschränken wird."
"Wissen Sie, wir sind für so etwas viel zu klein, wir haben ja gerade mal hundert Leute", sagte mir neulich der Entwicklungs-Leiter eines badischen IT-Anbieters. Sprachlosigkeit meinerseits. Ja wie groß muß man denn sein, damit man ein flexibles Team von Softwareentwicklern dazubuchen darf? Ist das wirklich ein Privileg von SAP und Siemens? Wir wissen: Nein. Unser größter Kunde bisher hatte mehr als hunderttausend Mitarbeiter, unser kleinster Kunde hatte sieben. Und beide sind höchst zufrieden. Es gibt durchaus Gründe, die im Einzelfall gegen eine Vergabe von Projekten ins Ausland sprechen. Die Anzahl der eigenen Mitarbeiter gehört aber eher nicht dazu.
Der richtige Sourcingmix macht's, schreibt das CIO Magazine: " Je nach Risikobereitschaft und Bedeutung der Applikation kann der Schwerpunkt der Wartungstätigkeiten entweder in Richtung nearshore bzw. offshore verlagert werden. Ein center-basierter Ansatz und die damit verbundene mehrfache Nutzung von qualifiziertem Fachpersonal bei gleichzeitiger eindeutiger Zuordnung ermöglicht es auch mittelständischen Unternehmen, die erheblichen Kostenvorteile eines "Rightshoring" zu realisieren. " Das deckt sich auch mit unseren Erfahrungen.
Noch eine Bemerkung in eigener Sache: Das Global-Sourcing-Blog ist hiermit feierlich wiedereröffnet! In Kürze ziehen wir mit der ganzen Sourceconomy-Seite auf ein interaktives System um, damit wir mit Ihnen hier über die globalisierte IT-Welt diskutieren können!
Donnerstag, 4. Februar 2010
Interview, bw:con, XP-Days in Karlsruhe
Im Nachgang zur Veranstaltung "Local Heroes und Global Sourcing" haben wir viele Anfragen bearbeitet und viele Gespräche geführt: Über die Chancen und Risiken von Global Sourcing und warum heute anders als vor 10 Jahren sehr erfolgreich "nearshore" und "offshore" Softwarelösungen entwickelt werden. Unter anderem hat Dr. Carsten Hutt vom Freiburger Wissenschaftsforum Till Hahndorf für das Magazin für Wissenschaft und Wirtschaft interviewt, hier ist das Interview hinterlegt.
"Beijing ist für mich so weit weg wie Stuttgart, da fahre ich ja auch nicht hin", ließ neulich ein Kolleg verlauten – wir waren aber trotzdem da (in Stuttgart): Auf der Versammlung des BW:CON vergangenen Dienstag sprach IBM-Geschäftsführerin Martina Koederitz von globalen Megatrends und den Herausforderungen u.a. an die IT-Branche. Dringlich vor allem ihr Verweis auf die aktuelle Prognos-Studie: Die Integration in die globale Wertschöpfungskette ist ein maßgeblicher Erfolgsfaktor für den deutschen Mittelstand. Wir ergänzen: Das gilt insbesondere da, wo globale Zusammenarbeit am nächsten liegt – in der IT. Heute mit dem globalen Angeboten auseinandersetzen und nicht auf morgen warten!
Wolfgang Kraus (Technischer Leiter Sourceconomy, also: ein Local Hero) und Alistair Cockburn (kein Local Hero, sondern ein "All-Time Top 150 i-Technology Hero") waren zwei der drei Dutzend Referenten auf den XP-Days in Karlsruhe: Der eine sprach über "Hard-Agile: Effective Software Development in the 21st Century", der andere über "Collaboration – Agile Softwareentwicklung in verteilten Teams": Wie und warum es bei internationaler Zusammenarbeit in erster Linie um Zusammenarbeit geht, und dann erst um das Internationale. Großartige Veranstaltung, Danke an die Organisatoren!
Montag, 26. Oktober 2009
Erfolg: ''Local Heroes und Global Sourcing'' in Freiburg
Die Welt ist flach! So lautete die erste Botschaft des Abends von Moderator Florian Städtler. Gastgeber Till Hahndorf, Geschäftsführer des IT-Beratungs- und Systemhauses Sourceconomy GmbH ließ diesem Auftakt einen Rundgang durch die internationale IT-Sourcing-Landschaft folgen: Er berichtet von enormen Kapazitäten in Asien, der Branchenexpertise im benachbarten Osteuropa, von den Barrieren und Herausforderungen – aber auch von den Chancen und dem Potential, welches in der internationalen Zusammenarbeit steckt. Anschließend wurde diskutiert: Im "Sourceconomy World Café" wurde in drei Diskussionsrunden beleuchtet, was bei der Einbindung internationaler Anbieter wichtig ist: Welche Schwierigkeiten sind zu beobachten? Wo liegen die Chancen in der Zusammenarbeit mit einem Anbieter aus Asien oder Osteuropa? Was muss ein ausländischer Anbieter mitbringen, um sich als Partner zu empfehlen? Essentiell sind relevante Referenzen und eine klare Darstellung der Rentabilität: Der Kommunikationsaufwand bei Global Sourcing wird als hoch eingeschätzt – mit klaren Ansprechpartnern und einer schlüssigen (Projekt)-Managementkultur aber als machbar eingeordnet. Fazit des Abends: "Dort" muss sich gegenüber "hier" unter dem Aspekt des Gesamtaufwands lohnen.
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Vielen Dank an alle Teilnehmer für Zeit und Input – und für die kompetente und engagierte Diskussion im Sourceconomy World Café! Eine Folgeveranstaltung für das kommende Jahr ist geplant – wir laden Sie schon heute dazu ein und freuen uns, Sie wieder begrüßen zu dürfen.
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Herzlichen Dank an Florian Städtler (SpielPlanVier GmbH, Freiburg) für die kompetente und sympatische Moderation des Abends, sowie bei Degusto Feinkost für den gastronomischen Rahmen und den freundlichen Service.
Samstag, 19. September 2009
Sourceconomy lädt ein: ''Local Heroes und Global Sourcing?''
Wie mittelständische Unternehmen von der globalisierten IT-Welt profitieren können: Diskutieren Sie mit Sourceconomy über die Chancen und Risiken des Global IT Sourcing:
- Wie können Sie trotz Fachkräftemangel und Kostendruck die Leistungsfähigkeit Ihrer IT sichern?
- Wie können Sie als mittelständisches Unternehmen von der globalisierten IT-Welt profitieren?
- Welche Chancen und Risiken sind mit der Nutzung globaler IT-Kapazitäten verbunden?
Diese und andere Fragen rund um das Thema Global IT Sourcing möchten wir gerne mit Ihnen diskutieren. Dazu laden wir ein am
Donnerstag, 22.10.2009, 18:00h - 20:00h mit anschließendem Ausklang
in den Panoramaraum im Solartower Freiburg (Bahnhofsturm, 9. Etage)
Programm des Abends:
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Zum Auftakt geben wir Ihnen einen kurzen Einblick ins Thema Global IT Sourcing und kommentieren für Sie die aktuellen Trends
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In unserem "World Café" haben Sie anschließend Gelegenheit zum Meinungsaustausch in kleinem Kreis
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Wir fassen die Ergebnisse für Sie zusammen - als Basis für die weitere Diskussion in Ihrem Unternehmen
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Dannach sind Sie herzlich eingeladen, den Abend bei einem Glas und Imbiss in netter Atmosphäre ausklingen zu lassen
Bitte melden Sie sich per Email (an anja.guenther@sourceconomy.com) oder per Fax (0761 / 45 89 50-99) an. Wir senden Ihnen eine Anmeldebestätigung zu.
Wir freuen uns auf anregende Diskussionen mit ihnen!
Freitag, 29. Mai 2009
Interim Management 2.0
Manchmal wird's in der Firma ganz schön eng: Es ist ein großer Überraschungsauftrag hereingekommen, die halbe Produktion hat die Grippe oder der Großkunde entscheidet "demokratisch", dass dieses und jene Funktionalität auch noch zum Lieferumfang zu gehören hat: Jetzt müssen alle ranklotzen, die Wochenenden werden investiert, die Überstunden türmen sich auf, das ganze Unternehmen ächzt unter der Last wie eine alte Windjammer. Wenn man doch nur schnell ein großes Team hinzubuchen könnte, das einem wenigstens ein paar grundsätzliche Aufgaben abnimmt! Daß es das passende Angebot zur Buchung von IT-Fachkräften gibt, ist zwar bekannt, aber: "Wer soll hier im Haus so ein Team leiten?" – die Erfahrung in der globalen Zusammenarbeit ist in den vergangenen Jahren vielleicht nicht aufgebaut worden, man dachte irgendwie, alles auch alleine und ohne günstige Zuarbeit aus dem Ausland hinzubekommen. (Wie bitte? Und das lesen sie ausgerechnet HIER?)
Einer der Lösungsansätze für dieses Problem ist es, diese fehlende Erfahrung für eine Übergangszeit, eben "interim", ins Haus zu holen: Ein Interim-Experte übernimmt die konkrete Aufgabe der Einbindung von internationaler IT-Power in Ihr Unternehmen für einen fest definierten Zeitraum. Bis das Projekt abgeschlossen ist – oder Sie an einer solchen Zwischenlösung erkannt haben, dass eine flexibel zubuchbare internationale Verstärkung eben doch große Vorteile bringt.
Interim Management 2.0 bedeutet: Ein erfahrener Experte kommt auf Zeit ins Haus (soweit Interim Management "1.0") und bringt sein Team mit (2.0!)– ohne es wirklich mitzubringen, denn das Team sitzt (und bleibt auch!) im kostengünstigen Ausland und arbeitet ihm und seinen Kollegen in Ihrem Haus direkt zu. Und Sie bekommen das aus einer Hand, ohne sich um viele Schnittsellen zu vielen Lieferanten zu kümmern. Und ohne dass es Anlaufphasen in der Zusammenarbeit gibt: Der Interim-Experte kennt "sein" Team nämlich schon, er bringt seine gesamte Erfahrung in der internationalen Kommunikation und im globalen Projektmanagement vom ersten Tag an produktiv ein.
Wir haben ein solches Angebot mit unserem Partner "Interim-Experts" gemeinsam aufgebaut: Sie können bei Sourceconomy nicht nur kompetente Fachkräfte für Ihre IT-Projekte buchen – Sie können auch den entsprechenden Teamleiter oder Experten dazu finden, der die entsprechende Erfahrung in der globalen Zusammenarbeit gleich mitbringt. Das bedeutet erfolgreiche Personalarbeit vor Ort, kombiniert mit der globaler IT-Power.
Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wo Sie einen international erfahrenen IT-Projektleiter finden, der auf Wunsch auch ein ganzes Team "mitbringt", rufen Sie uns an: 0761 / 888 6600. Frohe Pfingsten!
Samstag, 2. Mai 2009
IT-Globalisierung 2.0 - was kommt nach den Indern?
10 Jahre nach dem „Millenium-Bug“: Die Globalisierung hat sich nicht wieder verabschiedet, sondern sie ist zum Alltag geworden. Die Distanzen zwischen verschiedenen Standorten, Kulturen und Zeitzonen sind zu IT-Begleiterscheinungen geworden, die heute jeder ganz routiniert im Griff hat. Alle Probleme der Zusammenarbeit zwischen Westeuropa, Osteuropa und Asien sind gelöst: Es herrscht Friede, Freude, Eierkuchen. Oder doch nicht?
Qualifizierte Mitarbeiter, robuste Prozesse und die richtigen Tools für eine produktive Zusammenarbeit sind die wichtigsten Voraussetzungen, um die Möglichkeiten der globalen IT-Welt zu nutzen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den letzten Jahren lautet: Die größten Potenziale liegen nicht im fernen Asien, sondern viel näher. Und: Das eigentliche Thema der IT heißt „Zusammenarbeit“. Ob nun zwischen zwei Nachbarbüros oder zwischen zwei entfernten Standorten. Was kann ein mittelständisches Unternehmen aus Deutschland tun, um von der inzwischen ausgereiften internationalen IT-Welt zu profitieren?
Till Hahndorf, Dipl.-Volkswirt aus Freiburg, ist Gründer und Geschäftsführer von Sourceconomy (www.sourceconomy.com). Er berichtet von seinen Erfahrungen in Asien und Osteuropa – und wie das dortige Angebot eingebunden werden kann. Sein Kollege Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Kraus wird konkret: In einer Live-Demo zeigt er eine globale Kooperations-landschaft. Mit Hilfe von Eclipse, Subversion, Trac, Trend Analyst und Hudson zeigt er, wie mit den richtigen Tools die Zusammenarbeit mit dem Nachbarbüro besser funktioniert ... oder mit dem Nachbarkontinent.
Die Teilnahme ist kostenlos, wir bitten um Voranmeldung bei der Geschäftsstelle des medien forums freiburg (info@mff.net) oder direkt bei Sourceconomy (info@sourceconomy.com)
Montag, 27. April 2009
Die IT-Abteilung auf Reisen: BME-Veranstaltung am 22./23.04.2009
Der BME hat vergangene Woche eine fokussierte und fachlich anspruchsvolle Veranstaltung in Frankfurt durchgeführt, an der die Einbindung von IT-Leistungen ins Unternehmen vor allem aus der Perspektive des Einkaufs beleuchtet wurde. Der Konzern-Einkauf, so haben wir gehört, muss die IT-Abteilung immer wieder "mit auf die Reise" nehmen, wenn es darum geht, eine komplexe Leistung nicht nur fachlich, sondern auch unternehmerisch passend zuzuführen.
Und: Der Einkauf sieht sich regelmässig mit der Aufgabe konfrontiert, Verkauf zu betreiben – nämlich als Anbieter guter Beschaffungsideen im Hause. Das passt exakt zu unserer Überzeugung, dass die Beschaffung gerade in der IT essentiell wichtig geworden ist – und insbesondere bei IT-Leistungen nicht an der Landesgrenze aufhören darf. Ebenso wichtig die Erkenntnis, dass eine gewisse Sach- und Fachkenntnis bei der Lieferantenauswahl nicht ganz unwesentlich ist. Also: Es empfiehlt sich dringend, bei der Beschaffung externer IT-Leistungen jemanden dazuholen, der die fachliche Anforderung versteht und der etwas von professioneller Beschaffung versteht. Ja, das finden wir auch! (--> Kontakt)
Donnerstag, 2. April 2009
ZDF statt ARD: Berlecon veröffentlicht die ''Marktanalyse IT Services 2009''
In schöner Regelmässigkeit hören wir abends in der ARD-Tagesschau, dass die Wirtschaftskrise noch viel schlimmer sei, als bisher angenommen – gefolgt von der Meldung, die Kauflust der Deutschen sei ungebrochen. Sie will einfach nicht nachgeben, die private Nachfrage. Für ein Land, dem man nachsagt, es sei von Nörglern, Zweiflern und Pessimisten bewohnt, ist das doch eine wunderbare Meldung.
Ähnlich berichtet Berlecon Research in der gerade erschienenen "Marktanalyse IT Services 2009": Während die Preissensitivität auf Kundenseite steigt, sehen die meisten Anbieter die Preise eher im Aufwärtstrend. Nanu? Während IT-Budgets sinken, freuen sich die Anbieter in bester Laune auf steigende Umsätze im laufenden Jahr. Wie kommt es zu diesen Widersprüchen? Dr. Andreas Stiehler, Director bei Berlecon Research, vermutet einen gehörige Portion Selbstüberschätzung bei den meisten Unternehmen: Die meisten halten sich selbst für überduchschnittlich innovativ oder mit einem ganz besonderen Angebotsmix für gut positioniert. "Sie schwimmen damit jedoch im selben Haifischbecken wie die meisten Mitbewerber", so Stiehler. Echte wettbewerbliche Abgrenzungsfaktoren wie die Integration von internationalen Kapazitäten werden dagegen immer noch nicht flächendeckend genutzt. "Tatsächlich forcieren Megatrends wie die [...] Internationalisierung der IT-Services-Industrie eine Konsolidierung der Anbieterlandschaft", kurz: Wer sich nicht beizeiten um eine internationales Netzwerk von IT-Partnern bemüht, wird es schwer haben, als IT-Dienstleister zu bestehen.
Die Reports aus dem Haus Berlecon bestechen durch transparente Methodik und faktenbasierte Auswertungen und heben sich erfrischend ab von den marketinglastigen Darstellungen in der Branche. "ZDF - Zahlen, Daten, Fakten" scheint das Motto von Berlecon zu sein, und nicht "ARD - Ahnen, Raten, Deuten". Lesenswert! (http://www.berlecon.de)
Ganz faktenbasiert ergänzen wir dazu: Sourceconomy bietet deutschen IT-Dienstleistern übrigens ein Konzept zur Lösung genau des beschriebenen Problems an. Mit internationalen Dienstleistern (bspw. einem Team von Entwicklern oder Testern) arbeiten, ohne die damit verbundenen Schwierigkeiten (Auswahl, Aufsetzen der Zusammenarbeit, Qualitätssicherung, etc.) meistern zu müssen. Sourceconomy ist mit geprüften und bewährten Unternehmen in Kontakt, die zu günstigen Kostensätzen wirklich qualifizierte und erfahrene Mitarbeiterkapazitäten bereitstellen. Nehmen Sie einmal unverbindlich Kontakt auf und lassen Sie sich ein passendes Angebot erstellen. Das ist gratis und ohne jede Verpflichtung.
Freitag, 20. März 2009
Slumdog Millionär
Gestern habe ich "Slumdog Millionär" gesehen, einen wirklich eindrucksvollen Film. Wieder einmal wird klar, wen wir eigentlich meinen, wenn wir in der IT über "die Inder" sprechen: Nur 1,2 Promille (etwa anderthalb Mio. IT-Mitarbeiter in einer Gesamtbevölkerung von 1,2 Mrd.) der indischen Bevölkerung arbeiten in der Informationstechnologie und können sich einen Lebensstandard leisten, der weit oberhalb des indischen Durchschnitts liegt – und der unerreichbar ist für die kleinen Slumdog-Helden Jamal und Latika.
Slumdog Millionaire ist ein achtfach Oscar-prämierter Streifen im Bollywood-Stil, mit knallbunten Bildern, einem zu Recht ausgezeichneten Soundtrack, wirklich bösen Bösen und heldenhaften Helden. Im großen getanzten Finale in Mumbais "Hauptbahnhof" Chhatrapati Shivaji Terminus kommt Bollywood zu seiner ganzen visuellen Pracht, das tut nach der außerordentlich spannenden und teilweise tragischen Handlung in der Seele gut.
Unter IT-Gesichtspunkten ist mir aufgefallen: Die indische IT-Industrie realisiert ihr Wachstum vor allem auf dem Weltmarkt. Dazu wird sie in großem Stil von der Regierung geschützt und mit Sonderprivilegien ausgestattet (die indische Steueramnestie gilt nach wie vor!). Und so ist es auch die indische IT-Industrie, die die globale Wirtschaftssituation zu spüren bekommt – während Bollywood völlig ungerührt auf Hochtouren produziert. Slumdog Millionaire ist zwar ein britisch-amerikanischer Film, der in Indien gedreht wurde. Aber die indische Filmindustrie produziert selbst mehr als 1.000 (Tausend!) Filme pro Jahr fast ausschließlich für den heimischen Markt und kümmert sich kaum um den Weltmarkt. Und Bollywood wächst im Unterschied zur indischen IT-Industrie mit ungebrochener Dynamik. Seit es bspw. in Osteuropa attraktive Angebote für die Vergabe von IT-Aufträgen gibt, ist der internationale Markt für das indische Angebot deutlich schwieriger geworden.
Slumdog Millionaire hat in Indien für hitzige Debatten und sogar den Versuch gerichtlicher Verbote ausgelöst. Er zeigt, und darüber wird nun lebhaft gestritten, eine von vielen möglichen Perspektiven auf das moderne Indien, jenseits von Offshore-Outsourcing und Callcentern. Er zeigt auf mehrere Arten, wie weit entfernt Indien von Europa liegt. Und er zeigt in seiner allerletzten Einstellung etwas, was ein rechter Bollywood-Film sich verbeten würde: Einen echten Kuss auf der Leinwand.
Slumdog Millionär (2008 - R: Danny Boyle, D: Dev Patel, Madhur Mittal, Freida Pinto, Anil Kapoor, Irfan Khan) läuft seit 19.03.2009 bundesweit in den Kinos.
Mittwoch, 18. Februar 2009
medien forum freiburg: Veranstaltung ''Softwaremarketing und -vertrieb''
Gewöhnlich neigen Organisationen ja dazu, für alle auftretenden Fragestellungen des täglichen Lebens zunächst einmal Unterausschüsse und Kommittes zu gründen. Diesem Mechanismus verschliesst sich auch das Freiburger Medienforum, die "Netzwerkinitiative am Oberrhein" nicht: Hier sind es die Fachgruppen, und diese bieten das Jahr über in ihrem jeweiligen Gebiet gut gemachte und gut besuchte Veranstaltungen an. Den Auftakt in diesem Jahr macht die Fachgruppe Software mit ihrer Veranstaltung
Donnerstag, 26. Februar 2009, 18:00h
Referenten:
Marcel Theijs, Leiter Partner Marketing, Lexware
Bernhard Heinzler, Geschäftsführer, vevesa
Ort: medien forum freiburg, Kaiser-Joseph-Str. 284
Marcel Theijs, Leiter Partner Marketing beim Freiburger Branchenprimus Lexware, gibt einen Überblick über den Aufstieg des Softwarehauses in die „oberste Spielklasse“ und zeigt auf, mit welchen Marketingmaßnahmen dieser Aufstieg begleitet wurde - und welche positiven und negativen Erfahrungen dabei gesammelt wurden.
Softwarevertrieb: „Vermarktung – Ja, aber richtig!“
Bernhard Heinzler, Geschäftsführer vevesa GmbH und darüberhinaus Handwerker, Ingenieur und überzeugter Vertriebler, berichtet aus der Perspektive des Technikers, für den der Vertrieb zunächst eine ungeliebte Tätigkeit darstellt. Sein Aspekt: Wenn's denn schon gemacht werden muss, dann machen Sie es richtig! Mit dem richtigen Bewusstsein, den cleveren Ansätzen und somit hoher Vertriebs-Effizienz.
Die Teilnahme ist kostenlos, um Voranmeldung wird gebeten beim medien forum freiburg, Email info@mff.netmailto:info@mff.net">info@mff.net> oder telefonisch unter 0761/21 80 86 00.
Mittwoch, 28. Januar 2009
Der Ritt auf dem Tiger
Noch vor einem Jahr wurde allenthalben - auch in diesem Blog, siehe den Beitrag "Die Mischkalkulation ist Dein Freund" vom 29.03.2008 - die schlaue Prognose geäußert, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis einer der indischen Technologiegiganten eine der großen internationalen Beratungsfirmen, der "Big 5", übernehme. Alle großen Technologieanbieter haben das Erreichen einer höheren Wertschöpfungsstufe als strategisches Ziel - sie wollen nicht mehr nur Entwicklerleistungen verkaufen, sondern eben auch Konzeption, Design, strategisches Denken. In der Beratung lässt sich wesentlich mehr Geld verdienen als mit dem Verkauf von Entwicklungskapazitäten. Das mit Letzterem in der Vergangenheit so viel Geld verdient wurde, dass man sich nun in Ersteres einkaufen kann, schien der Realität zumindest eines halben Dutzend asiatischer Anbieter zu enstprechen - bis vor 14 Tage die Satyam-Bombe platzte. Der von den PWC-Prüfern wohl jahrelang gedeckte Ritt auf dem Tiger von Ex-CEO Ramalinga Raju macht doch sehr hellhörig: Sind alle anderen asiatischen IT-Erfolgsgeschichten wirklich wahr? Sind Wipro, Infosys, Tata Consultancy Services etc. wirklich sauber? Mehr dazu in der FAZ (direkter Link zum Artikel: http://tinyurl.com/bqd24c) Fakt ist, dass wir seit Jahren auf den - strategisch sinnvollen, ja fast schon zwingenden - Schritt warten, ihn aber keiner der großen Inder tatsächlich macht. Ist die Kasse vielleicht doch nicht so voll? Reiten da noch mehr auf dem Tiger?
Was empfehlen wir bei Sourceconomy in dieser Situation eigentlich unseren Kunden? Treten Sie mit Anbietern auf Augenhöhe in Kontakt - meiden Sie große Konzerne. Wir wählen zusammen mit ihnen oder für Sie jemanden aus, für den Ihr Projektvolumen ein erhebliches Gewicht hat und bei dem Sie die Aufmerksamkeit der Chefetage haben. Wir installieren gemeinsam mit Ihnen optimale Werkzeuge und Prozesse für effiziente Kommunikation und Leistungskontrolle, und wir stehen selbst für die Qualität und die Zuverlässigkeit unserer Anbieter gerade. Einen Ritt auf dem Tiger können Sie bei uns nicht buchen - das ist wohl bis auf weiteres Satyams Nische. Sprechen Sie uns doch einmal an: Unter http://www.sourceconomy.com/Kontakt/Kontakt.cfm finden Sie unsere Telefonnummer und ein Anfrageformular.
Diese Tage fiel mir ein Artikel von Dr. Martina Maier in die Hand, ihres Zeichens Geschäftsführerin der Exxcellent Solutions GmbH in Ulm. Sie schreibt unter der Überschrift "Das Vorbild ist der Maschinenbau" in der Computerwoche über Ingenieursperspektiven in der Softwareentwicklung. Ich fand zwei Aspekte besonders interessant: Die Automatisierung und die Verwendung von (Halb-)Fertigprodukten in der Softwareerstellung ist auf dem Vormarsch - die Entwicklung zu einer echten modellgetriebenen Entwicklung nimmt Fahrt auf. Und: Diskussionen über Offshore-Softwareentwicklung bleiben spannend - insbesondere im Kontext der Qualität. Das sehen wir genauso. Lesenswerter Artikel, u.a. zu finden auf http://www.exxcellent.de/download.html
Die Institution, die früher einmal etwas spröde "Volkswirtschaftliche Abteilung der deutschen Bank" hiess, veröffentlicht heute unter dem ungleich hipperen Label "Deutsche Bank Research" (das spricht man dann natürlich "Deutsche Bäänk Research" aus) in ihrer Serie "e-conomics" das Papier "Offshoring nach China - von Werkbank zu Backoffice". Sehr kompetent und fundiert recherchiert - (Verzeihung, ich meinte natürlich "researched") und kompakt zu Papier gebracht. Zentrale Aussagen: IT-Offshoring spielt bisher eine kleine Rolle, kommt aber gewaltig. Die Regierung hilft - das hilft tatsächlich. Die kulturelle Distanz ist groß, aber nur nach Europa - in Japan und Korea empfindet man anders. Der Heimatmarkt stützt den Aufbau des Exportmarktes. Das ist einer der großen Vorteile als "Second Mover", den China gegenüber Indien nun hat. Das Papier ist zu finden unter http://www.dbresearch.de --> eResearch --> Neueste Publikationen (hier ist ein direkter Link: http://tinyurl.com/sourceconomy-dbartikel ... warum hat DBResearch bei aller Hippness kein vernünftiges Content Management System, welches auch lesbare URLs generiert?)
Warum ist all dies für Sie überhaupt interessant? Sie suchen einen Weg, ihr IT-Kapazitätsproblem zu lösen und ihre IT-Kosten in den Griff zu bekommen. Eine Möglichkeit besteht darin, sich aus dem Ausland zuarbeiten zu lassen. Eine andere ist es, die richtige Prozesse zu installieren - davon profitiert die Zusammenarbeit innerhalb Ihres Teams, und sie machen Ihr Unternehmen fit für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Wir haben relevante Erfahrung in beiden Bereichen und helfen Ihnen dabei. Informieren Sie sich - ohne Verpflichtung und ohne Risiko. Wir freuen uns auf Ihren Anruf, auf ihre Email oder auf einen kurzen Wink über unsere Webseite.
Freitag, 9. Januar 2009
Droht IT-Indien nun endgültig der Niedergang?
Die Bombe ist geplatzt: Ramalinga Raju, der Chef von Indiens viertgrößtem IT-Outsourcer Satyam hat jahrelang in ganz großem Stil die Bilanzen gefälscht. Alles gelogen, es gab keine Milliarde Cash, der Platz am selben Tisch mit Infosys, Tata Consultancy Services und Wipro war schlicht ergaunert. Herr Raju, der behauptet, er sei es ganz alleine gewesen (ja genau!) ist gerade nicht auffindbar. "Quellen" melden, der CFO habe heute morgen versucht, sich umzubringen. Das Satyam-Debakel ist eine Katastrophe für die gesamte indische IT-Outsourcing-Industrie, nach den Terroranschlägen von Mumbai stand es um die Attraktivität indischer Anbieter sowieso nicht zum Besten. Bei Satyam bangen heute 53.000 Mitarbeiter um Ihre Jobs – diese Leute gehören zur ersten indischen IT-Generation, viele entstammen aus kleinen, nicht wenige aus armen Verhältnissen. In Indien steckt häufig das gesamte Vermögen einer Großfamilie in der Ausbildung eines einzigen Kindes – auch unter diesem Aspekt eine Tragödie für die Mitarbeiter und den empfundenen Schandfleck in ihrem Lebenslauf. Die Konkurrenten picken sich jetzt die besten heraus – zu günstigeren Konditionen sind kompetente IT-Fachkräfte in Indien seit Jahren nicht zu haben. Damit stehen die Chancen, dass irgendwelche Satyam-Projekte gerade ordentlich bearbeitet werden, fast gleich null. Die Leidtragenden sind die Kunden. Die Satyam-Bücher wurden übrigens jahrelang von PwC geprüft. Ich bin mal gespannt, was die dazu zu sagen haben, außer dem vorhersagbaren 'The audits were conducted by Pricewaterhouse in accordance with applicable auditing standards and were supported by appropriate audit evidence' von gestern.
Das amerikanische CIO Magazine bemerkt, dass "Nearshoring" – also die Vergabe von IT-Aufträgen an einen Dienstleister aus einem nicht allzu weit entfernten Land, zu weniger Reibungsverlusten wegen Zeitverschiebungen führt. Das ist zunächst einmal natürlich sehr weise und bedeutet konkret, dass man sich in den USA zur Zeit verstärkt auf Südamerika fokussiert – das passt im Licht der indischen Turbulenzen sowieso gerade ganz gut. Und aus Deutschland schauen wir nach Osteuropa und finden dort eine bestens aufgestellte und kostengünstige IT-Industrie– die Leser dieses Blogs wissen das schon etwas länger. Kiew wird bspw. aktuell dreimal täglich ab Frankfurt angeflogen. Eine Stunde Zeitverschiebung. Und, nebenbei bemerkt: Kein Visum nötig! Für kurzfristig angesetzte Projektmeetings und überhaupt für ein verlustarmes Miteinander ein echter Vorteil.
Und noch eine Meldung in eigener Sache: Der neue Sourceconomy-Webauftritt scheint gut anzukommen, wir freuen uns über viele Besuche, viele positive Rückmeldungen und über die hilfreichen Anmerkungen für weitere Verbesserungen. Das Jahr fängt gut an, wir haben alle Hände voll zu tun. Am 4. Februar tagt unter der Leitung von Wolfgang Kraus wieder der mittlerweile zu eindrucksvoller Teilnehmerzahl angewachsene und daher inzwischen etwas zu bescheiden betitelte "ITStammtisch" in Bad Rappenau. Anmeldung hier. Und schon mal zum Vormerken: Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) veranstaltet am 22. und 23. April 2009 in Frankfurt am Main das Management Forum "Einkauf von IT-Leistungen", das wird unter anderem auch einen Blick über den Tellerrand werfen und internationale Aspekte beleuchten. Wenn Sie an der Teilnahme am Management Forum "Einkauf von IT-Leistungen" interessiert sind, kontaktieren Sie uns bitte.
Dienstag, 9. Dezember 2008
Heute ist mal die Provinz dran: Die Fachgruppe Software im medien forum freiburg, der IT-Stammtisch in Bad Rappenau
Im medien forum freiburg gibt es seit gut einem Jahr eine "Fachgruppe Software", die hat gerade ihr Programm für 2009 vorgestellt - da es in der Region Freiburg nicht gerade extrem viele Veranstaltungen zum Thema gibt, darf ich hier einmal darauf hinweisen:
- 26.02.2009 – 18:00h: Softwaremarketing und Softwarevertrieb
- 14.05.2009 – 18:00h: Globalisierung in der IT
- 24.09.2009 – 18:00h: SaaS und Cloud Computing
- 26.11.2009 – 18:00h: Open Source
Freitag, 21. November 2008
Sourceconomy in der ''Swiss Engineering - Schweizerische Technische Zeitschrift''
Die "Swiss Engineering - Schweizerische Technische Zeitschrift" berichtet in ihrer Novemberausgabe unter der Überschrift "Software made in India" über den Stand der Dinge, Trends und Entwicklungen im Bereich Outsourcing und Offshoring.
Lesen Sie selbst: http://www.swissengineering-stz.ch/pdf/stz1120083036.pdf
Freitag, 21. November 2008
Interdig-Abschluss in Erfurt: Der Mittelstand wacht auf
Mehr Details berichte ich in der kommenden Woche – Fazit jedoch schon heute: Eine hochklassige Veranstaltung, der Dank gilt erneut Dr. Andreas Stiehler (Berlecon) und dem Team des Bitkom, die in der zweiten Hälfte dieser Doppelveranstaltung ihren "Arbeitskreis Service Delivery Excellence" tagen liessen. Mehr Informationen zu INTERDIG finden Sie auf den Webseiten von Berlecon und Bitkom, mehr Informationen zu Global Sourcing Beratung für den Mittelstand natürlich auf der Webseite von Sourceconomy. ;-)
Montag, 17. November 2008
IT-Bildung, IT-Sicherheit und IT-Afrika
Die Beobachtung zur Bildung (und zur nicht-stattfindenden Bildungspolitik, siehe hier im Global-Sourcing-Blog weiter unten) wurde auch in der Badischen Zeitung in Freiburg abgedruckt – das freut und macht Lust auf mehr Austausch zum Thema. Welche Beobachtungen machen Sie? Wo hapert es? Wo stehen wir gut da? Welche Chancen bietet uns eigentlich die Globalisierung? Wie bereiten wir uns darauf vor? Und unsere Kinder? Schreiben Sie mir: till.hahndorf [ @ ] sourceconomy.com.
Zurück zur IT: Ein guter Übersichts-Artikel zu Fragen der Security bei Outsourcing-Engagements ist letzte Woche in der PCWorld erschienen. Je erfahrener ein Unternehmen in der Offshore-Vergabe ist, desto eher geschieht diese unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten von Beginn an (statt, wie bei den allermeisten Unternehmen, erst im Nachhinein). Für alle Outsourcing-Phasen gibt es erprobte Vorgehensweisen, handele es ich nun um internationale Aufträge oder um lokales Outsourcing. Kernsatz der Veröffentlichung: "Organizations need to be prudent in their pursuit of cost savings and efficiencies." Wir ergänzen: "Und holen Sie jemanden dazu, der sich mit so etwas auskennt."
Gerade erst hatte ich anlässlich eines Vortrags noch bedauert, daß Afrika auf der globalen IT-Landkarte leider nicht stattfindet, schon erschien eine zumindest relativierende Meldung: Kenia, so das CIO magazine, ist zumindest im Startblock angekommen und bereitet sich darauf vor, das globale IT-Rennen nun doch mitzulaufen. Zunächst geht es allerdings um so grundsätzliche Dinge wie eine verbesserte Internetanbindung des Landes, ein erstes Kabel nach Fujaihra in den Vereinigten Arabischen Emiraten wird gerade gelegt. Die Regierung will einen IT-Park bis 2012 fertigstellen, muss aber eigentlich erstmal ihre enormen politischen Stabilitätsschwankungen in den Griff bekommen - und die Tatsache, dass es immer wieder, wie zuletzt zu Beginn dieses Jahres, hunderte von Toten in bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen gibt. Bis ein afrikanisches Land auch unter den weiter oben erwähnten Sicherheits- und Risikoaspekten eine Alternative zu den Destinationen in Osteuroa und Asien darstellen kann, wird noch viel Zeit vergehen. In politisch korrekter Ausdrucksweise wird das dann so formuliert: "Geopolitical concerns are never good for IT services business." Wie schaurig wahr.
Samstag, 25. Oktober 2008
Freiburg: Wenn die Politik versagt, gehen die Bürger auf die Strasse

Absolut großartige Aktion in Freiburg: Ein Lehrer steht am Samstag morgen bei strahlendem Sonnenschein auf dem Freiburger Marktplatz und erklärt an einer großen Tafel (so eine richtige Tafel, mit Kreide und Schwamm!): Mathematik. Wie stellt man beispielsweise fest, ob eine grosse Zahl durch 7 teilbar ist? Mit ein paar Tricks und Kniffen, hier schnell was kürzen und dort was wegstreichen, es geht ziemlich flott, -4 ist von +3 ja auch genau 7 entfernt, aha! "Was glauben Sie, ist eine Million glatt durch 7 teilbar?" fragt der Lehrer in die Menge. "Jahr der Mathematik" steht auf dem einen Schild neben der Tafel, und auf dem anderen steht, herrlich handgemalt-statt-desktopgepublisht: "In Dir steckt mehr Mathe als du glaubst!". Bei 9° und strahlendem Sonnenschein ist der Lehrer auf dem Freiburger Münstermarkt, vorsichtig formuliert, nicht ganz alleine, die Leute sind begeistert.
Gegenszenario aus Dresden: Mitte der Woche hat Frau Merkel ihren Bildungsgipfel vor die Wand gefahren, keiner weiß so genau was denn nun eigentlich geschieht, es gehe wohl erst "nach der Wahl" weiter, heisst es. WIE BITTE? Die Wahl zum Bundestag ist erst kommenden Herbst! In einem Jahr! Wie Frau Merkel das Land mit der "Einrichtung einer Strategiegruppe" und losen Absichtserklärungen aus Bildungsnotstand und Fachkräftemangel herauszuführen gedenkt, ist mir schleierhaft. Offenbar gehört es zu ihrem Bildungsprogramm, bereits nach drei Jahren die Arbeit einzustellen und ein Jahr lang auf die nächste Wahl zu warten. Einstweilen eröffnen in Indien sechs weitere "Indian Institutes of Technology", und Tata Consultancy Services, Indiens größter IT-Services-Anbieter, bläst zum Sturm auf Deutschland. Die Ukraine kommt ganz groß raus und etabliert sich als Alternative zu asiatischen IT-Destinationen. Bei uns hingegen bleiben 45.000 Stellen in der IT-Branche unbesetzt, weil vor Ort keine qualifizierten Fachkräfte gefunden werden können. Und in Freiburg stehen die Leute auf der Strasse und lernen Mathe.
Der Lehrer kommt zum Finale Furioso: Sehen Sie hier, das übertragen wir, könnenwa hier streichen, bleiben gerade 7 übrig – Klammer zu, Rest 1! Bei der Million bleibt gerade 1 übrig, 999.999 wäre durch 7 teilbar gewesen. Könnse mir glauben, hammse ja eben gesehen, das ist Mathematik, strahlt der Lehrer. Großer Applaus!
Schade, dass es nicht mehr Lehrer gibt, die sich Samstag morgens auf die Strasse stellen. Schade, daß deutsche Lehrer in ihrem Kontext aus mangelhafter Bezahlung, mässigen Arbeitsbedingungen und geringer Anerkennung normalerweise höchst verständlicherweise kaum die Energie und die Lust aufbringen können, sich in der Freizeit hinzustellen und für Bildung zu werben! Schade, dass die Regierung es offenbar immer noch nicht begriffen hat, dass wir hier in Deutschland nur eine einzige Chance haben, uns in der globalisierten Welt zu behaupten: Durch deutsche Ingenieurskunst, durch Forschung und Innovation, durch Aufbau und Förderung Wissens-intensiver Branchen, durch Bildung! Frau Merkel, verschonen Sie uns mit ihren Strategiegruppen! Sorgen Sie lieber für Lehrer, viele Lehrer! Wir brauchen sie dringend!
Donnerstag, 16. Oktober 2008
IT-Outsourcing: Basel, Bukarest oder Bangalore?
17:30h Opening (Apéro Riche)
18:15h Keynote-Referat: Till Hahndorf (Sourceconomy)
«Basel, Bukarest oder Bangalore:
Vom Offshore Outsourcing zum GLOBAL SOURCING»
danach Moderierter CampusTalk am Stehtisch
19:45h: Round up
Fachhochschule Nordwestschweiz
Peter Merian-Strasse 86
4002 Basel (ca 5. Minuten zu Fuss vom Bahnhof SBB Basel)
Anmeldung und Kontakt: Sarah Straumann (sarah.straumann@fhnw.ch, Telefon +41 61 279 17 66)
Weitere Informationen: http://www.fhnw.ch/wirtschaft/iwi/weiterbildung/campustalk/out-sourcing-offshoring http://www.sourceconomy.com
Donnerstag, 16. Oktober 2008
Die IT-Branche leidet nicht unter der Finanzkrise, sondern unter dem Fachkräftemangel
Die Frage, ob denn die Wirtschaftsentwicklung nicht auch das Business der IT-Beratung dämpfen würde, konnte ich ruhigen Gewissens beantworten. Es sei wohl schon so, dass Konzernbudgets für große Projekte vielleicht etwas zögerlicher freigegeben werden, aber das gleiche sich durch eine erhöhte Aufmerksamkeit für Einsparpotentiale und Effizienzsteigerungen aus. Viele kleine und mittlere IT-Unternehmen sind Zulieferer oder IT-Partner der großen Konzerne. Gerade in den wirtschaftlich etwas angespannteren Zeiten nehmen viele nun Kontakt mit uns auf, die zuvor internationale Projektvergaben für ein interessantes, aber in ihrem ganz speziellen Fall nicht machbares Vorgehen hielten. Dass über Kosteneinsparung hinaus ganz wesentliche weitere Potenziale in der globalen Vernetzung liegen – auch und gerade für die kleinen und mittleren Anbieter! – erschliesst sich vielen nun doch: Es geht allzu oft überhaupt nicht ums Geld, sondern schlicht um die Verfügbarkeit von fähigen Entwicklern: "Capacity is King", Kapazität über alles – wer schon einmal einen Folgeauftrag (also quasi geschenkten, weil fast ohne Marketing-Aufwand erzielbaren Umsatz!) ablehnen musste, weil die ganze Mannschaft bereits bis zur Erschöpfung in Projekten steckt, weiss, wie ärgerlich und bisweilen sogar bedrohlich das ist. Hätte man doch nur die Möglichkeit, in Spitzenzeiten ein paar zusätzliche Entwickler einzusetzen – oder wenigstens ein Team fürs Testen zu buchen, ohne dass die eigenen Entwickler und Projektleiter blockiert werden. Das ist der Punkt: Mehr Projekte übernehmen können, mehr Kapazitäten im Zugriff haben, bessere Qualität liefern können, Lastspitzen abfedern, den Druck etwas herausnehmen.
Der BITKOM legt heute noch einen drauf: Seine Befragung von mehr als 1500 Unternehmen hat ergeben, dass etwa jedes zweite Unternehmen unter Fachkräftemangel leidet, rund 45.000 Stellen in der IT-Branche seien unbesetzt! "Die Finanzkrise hatte bis dato offenbar kaum Einfluss auf den Arbeitsmarkt für IT-Experten", beurteilt BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer die Lage. Der von ihm erkannt strukturelle Fachkräftemangel wird sich auch durch die Entwicklungen der Konjunktur kaum ändern – es ist nicht damit zu rechnen, dass in Deutschland in naher Zukunft aus irgendeinem Grund plötzlich genug Programmierer, Sicherheits-Experten, Softwarearchitekten oder sonstige IT-Fachkräfte zur Verfügung stehen. Was tun? Nun, der BITKOM empfiehlt eine Reform des Bildungssystems und eine liberalere Einwanderungsregelung. Wer darauf nicht warten will (oder kann!), greift auf Fachkräfte jenseits der Grenzen zu, tut sich mit internationalen Partnern zusammen, die Kapazitäten bieten können, die in Deutschland auf absehbare Zeit nicht fertig ausgebildet werden können.
Ein konkretes Szenario, wie das in einem (zum Beispiel Ihrem!) ganz speziellen Fall funktioniert und mit welchen Aufwänden, Kosten und Zeiten bei der Beauftragung eines Softwarepartners aus Osteuropa oder Asien zu rechnen ist, gibt es bei IT-Beratern wie Sourceconomy. Ebenso eine Datenbank mit bereits getesteten und für zuverlässig und kompetent befundenen Anbietern. Es handelt sich sozusagen um ein barrierefreies Angebot für IT-Systemhäuser, Softwareschmieden und IT-Dienstleister, die unter dem Fachkräftemangel leiden und nun wirklich etwas unternehmen wollen. Für diejenigen, denen die Zeit bis zur Reform unseres Bildungssystems vielleicht doch etwas lang erscheint.
Sonntag, 28. September 2008
Finanzkrise? Welche Finanzkrise?
Die Finanzkrise perlt an der IT-Industrie ab, schreibt die Financial Times Deutschland. Das scheint etwas optimistisch, stammen doch laut Gartner knapp 20% der Kunden aus dem Bankensektor. Andererseits generiert eine Industrie im - nennen wir es mal vorsichtig - "Umschwung" auch ein großes Volumen an Änderungs-, Anpassungs- und Neuerstellungsaufwand, gerade in den komplexen und verschachtelten IT-Systemen der Finanzindustrie. Jeder Merger zieht eine Post-Merger-Integration nach sich, und so waren Unternehmenskäufe und -übernahmen für die IT-Industrie an sich stets gute, weil umsatzsteigernde Nachrichten.
Bringt das auch den kleinen und mittleren Anbietern etwas? Nicht direkt, Finanzinstitute neigen eher zu den großen und etablierten Anbietern, aber indirekt: Wie bereits in den Jahren um 2002 erlebt: Eine Phase der wirtschaftlichen Anspannung erhöht überall, nicht nur bei den Banken, den Druck, Einsparungen zu realisieren und sich im Hause nach Möglichkeiten zur Kostensenkung umzusehen. Gerade in schwierigen Zeiten ist der eine oder andere IT-Chef nun doch bereit, seine vielleicht etwas angestaubte Sichtweise auf die Auslagerungsfähigkeit von IT-Prozessen zu hinterfragen. "Das ist für uns nicht relevant" und "das haben wir doch noch immer selbst gemacht" sind eben einfach keine guten Argumente, um der Geschäftsleitung zu erklären, warum der Wettbewerb mit schlanken Strukturen produziert und so im Rennen um die Effizienz vorbeizieht. Also: Die internationale Finanzkrise bietet Chancen für diejenigen IT-Anbieter, die sich jetzt angemessen präsentieren: Mit internationalen Partnern und dem Zugriff auf deren günstige Ressourcen ausgestattet.
Dienstag, 26. August 2008
Fortsetzung: Remote Infrastructure Management
Die Palette von Aufgaben, für deren Verrichtung keine physische, lokale Präsenz notwendig ist, ist groß, wie diese Übersicht von HCL, einem der größten Anbieter zeigt. (Wenn Sie auf das Bild klicken, öffnet sich ein besser lesbare Ansicht - ich habe leider noch nicht herausgefunden, wie man Blogspot das alberne Verkleinern der Bilder abgewöhnt)
Für eine Verlagerung nach Offshore eignen sich nach einer Studie von Nasscom (dem indischen IT-Branchenverband) und McKinsey (den Strategieberatern) rund 50 bis 70% aller Infrastructure-Managementaufgaben. Manches eignet sich besser, wie bspw. technischer Support oder Überwachungsaufgaben hinsichtlich Systemleistung oder –kapazität. Manches ist weniger geeignet, wie bspw. die direkte Produktionsunterstützung (weil viel detailliertes Prozesswissen erforderlich ist) oder eben der Betrieb des eigentlichen, physischen Datencenters – eine Serverraumplanung lässt sich eben schwerlich erledigen, ohne den Raum selbst wenigstens gelegentlich zu betreten.
RIM-Erfolgsfaktoren:
- Tatsächliche innere und äußere Bereitsschaft. Die Unternehmensführung hat ein Vorstellung davon, was sie von einer externen Vergabe erwartet, und sie hat eine Palette von einfachen, belastbaren, robusten Prozessen etabliert, um externe Dienstleister erfolgsorientiert zu steuern.
- Klare Outsourcing-Strategie und vorhandene Global-Sourcing-Kompetenz: Das Unternehmen ist sich darüber im Klaren, welche Aufgaben sich wirklich für eine externe Vergabe eignen. Es hat das notwendige Verständnis für das Vertragsmanagement aufgabeut oder zugekauft und kann mit der immanenten Dynamik globaler Lieferverträge umgehen
- Richtige Anbieterauswahl: Ein sauber definierter Prozess und eine Anbieterauswahl nach Kriterien, die tatsächlich zur Aufgabenstellung passen (also hier: Kompetenz im Management von IT-Infrastruktur!) .
- Herausforderungen Wissensmanagement und Kommunikation : Mitarbeiterabgang von entscheidenden Positionen soweit wie nur möglich minimieren, Wissen dokumentieren und so personenunabhängig wie möglich machen - institutionelles statt individuelles Wissen. Dazu gehört auch ein Verständnis für die kulturellen Aspekte der Kooperation und eine professionelle Kommunikation, die diese berücksichtigt.
- Datensicherheit, Datenschutz, vorgeschriebene Standards beachten: Die deutschen und EU-Gesetze sind zum Glück streng – dass ihre Einhaltung und operative Umsetzung durch den Infrastrukturprovider "remote" ebenso treu erfolgen muss, als wäre er im Nachbargebäude ansässig, versteht sich von selbst, das Gleiche gilt für die Datensicherheit unter Businessaspekten. Gibt es zusätzliche Pflichtstandards wie bspw. in der Gesundheitsbranche oder in anderen regulierten Industrien?
- Notfallplan: Eine Regelung zur Weiterführung bestimmter Funktionen auch im Fall von höherer Gewalt ist Pflicht – ein professioneller Anbieter hat eine klare Vorstellung davon, was mit den Prozessen seiner Kunden geschieht, falls sein eigenes Gebäude abbrennt oder die Internetverbindung massiv eingeschränkt wird.
Nächste Woche fasse ich (falls das immer noch nicht stattfinden wollende Sommerloch es zulässt) zusammen, welche Trends sind im Markt für Remote Infrastructure Management zu beobachten sind und worauf Sie sich einstellen sollten, wenn sie über eine Verlagerung von Infrastruktur-Aufgaben nachdenken.
Haben Sie Fragen zu Remote Infrastructure Management oder anderen Dienstleistungen, die ein globaler IT-Anbieter übernehmen kann? Bitte: Klick! :-)
Dienstag, 26. August 2008
Gefälschte Lebensläufe im indischen IT-Markt
Für den indischen IT-Markt spricht seit Jahren die enorme Anzahl von qualifizierten Fachkräften. Die Financial Times berichtet allerdings aktuell von einer steigenden Anzahl gefälschter Lebensläufe, mit Hilfe derer sich junge Inder um IT-Jobs bewerben ("outsourcing groups battle CV cheats"). 15% der Mitarbeiter, die den indischen Outsourcing-Giganten Wipro im abgelaufenen Jahr verlassen haben, mussten aufgrund falscher Angeben gehen, da sie im Rahmen einer internen Kontrollaktion aufgefallen waren. Ich bin mir sicher, daß so mancher Recruiter ganz gerne ein Auge zugedrückt hat, weil er eine hohe Einstellungsquote erfüllen musste und der Kandidat zumindest einigermaßen plausibel erscheinende Unterlagen präsentiert hat. Je höher der Druck, die Auftragseingänge abzuarbeiten, ansteigt, desto eher werden eben auch minder qualifizierte Mitarbeiter akzeptiert. Die kann man später publikumswirksam wieder loswerden, indem man eine Razzia veranstaltet, wie es jetzt eben Wipro getan hat. First Advantage, eine US-Sicherheitsfirma, spricht von einem Anstieg gefälschter CVs in der indischen IT-Szene um fast 80% im ersten Quartal 2008 gegenüber dem Vorquartal. Vor dem Hintergrund der vertraulichen Informationen, die diese Mitarbeiter dann Tag für Tag bearbeiten – man denke etwa an komplexe Projekte im Bank- oder Pharmabereich – ist eine solche Zahl tatsächlich bedenklich, und sie trifft ins Mark der indischen unique sales proposition: Das man einen schier unendlich großen Nachschub an hoch qualifizierten Mitarbeitern habe. Groß ist der Nachschub – aber nicht alle sind tatsächlich hoch qualifiziert...
Samstag, 16. August 2008
eFinance Lab
Das Frankfurter eFinanceLab ist eine Kooperation der Universitäten Frankfurt und Darmstadt mit einer Reihe von internationalen Beratungs- und Bankhäusern. Unter der Leitung von Prof. Wolfgang König werden seit mehr als fünf Jahren Erkenntnisse und Methoden aus allen möglichen Branchen auf ihre Brauchbarkeit für die Finanzindustrie abgeklopft. Ein aktuelles Forschungsergebnis beleuchtet das "Business-IT Alignment bei IT-Outsourcing", also auf deutsch: Wie gut kommuniziert die Fachabteilung mit den IT-Leuten. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis ("frühere Studien des eFinance Lab haben gezeigt"!), dass ein ausgeprägtes "bankfachliches Verständnis" in der IT-Abteilung zum Erfolg jedes IT-Projektes in einer Bank beiträgt. Diese wenig erstaunliche Erkenntnis wird aktuell anhand einer Studie mit 1.500 (!) US-Banken verifiziert, und siehe da: Je höher die "bankfachliche Kompetenz" des IT-Outsourcingpartners, desto runder läuft's bei Projekten mit einer Bank. Klingt für Nicht-Banker vielleicht schrecklich banal, aber gewiss steckt ja noch mehr dahinter: Auf der Webseite des E-Finance Lab oder auf der Herbsttagung des E-Finance Lab am 15.09.2008 in Darmstadt kann man es herausfinden.
Ältere Artikel des Global Sourcing Blog finden Sie in unserem Blog-Archiv unter http://sourceconomy.blogspot.com.
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